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Paragliding World Cup Brasilien - Tag 6 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Stefan Aufischer   
Samstag, den 10. April 2010 um 14:00 Uhr

Freitag, 09.04.2010 (Tag 6)

In der Früh sah es wieder mal nach zu viel Wind aus der falschen Richtung aus. Aber mittags nahm der Wind dann rapide ab und, obwohl er noch immer aus der falschen Richtung (Süd-Ost) kam, waren am Nord-Startplatz bereits mehrminutige Phasen, in denen es thermisch heraufblies.

Der Start des 56-km One-Way-Tasks wurde auf 14:45 festgelegt. Um ca. 13:45 starteten die ersten drei/vier Piloten, unter ihnen Eder Christoph, und konnten sofort Höhe machen. Die nächsten starteten sofort hinterher und hatten Pech, denn soeben schob sich ein fetter Schatten über das gesamte Gelände. Der Höhenunterschied ist hier nicht besonders groß und so mussten die Piloten landen gehen. Der Rest von uns musste mehr als 15 Minuten warten, bis wieder ein bisschen Sonne auf das Gelände vor dem Startplatz schien, sich somit Thermik bildete und der Wind am Startplatz nicht mehr von hinten kam. Leider waren die startbaren Phasen sehr kurz und so gab es viele Startabbrüche und Fehlstarts, von denen manche im steilen Gelände unterhalb des Startplatzes endeten.

Da nach Priority-System gestartet wurde, hatten den ersten 100-Piloten des letzten Jahres Vorrang und so passierte es mir, dass mein Schirm, obwohl ich schon startklar war, einfach weggeräumt wurde, weil ein Pilot kam, und "Priority!!!" schrie. Als er dann startete, sah ich dass er eine Nummer größer 100 im Schirm hatte. Na ja, so kann man's auch machen.

Dann legte ich meinen Schirm zum zweiten Mal auf den Startplatz und wartete, dass ihn mir die Helfer auseinanderziehen. Ein Pilot neben mir musste seinen Start abbrechen und sein Schirm fiel auf meinen. Ich musste meinen Schirm unter seinem herausziehen und hatte einen schönen Knödel beisammen. Beim dritten Anlauf klappte dann alles, ich schwang mich in die Luft und startete das Rennen wie viele andere um einiges zu spät.

In den zwei Startbärten wurde sehr schnell klar, dass es heute eine Lotterie werden würde. Sonne und schatten wechselten schnell, genau so schnell bildete sich Thermik und war auch gleich wieder weg. Trotzdem kämpfte ich mich nach oben.

Als sich ein paar Piloten aus dem Startbart lösten und Richtung ersten Wendepunkt flogen, entschied ich mich mitzufliegen, obwohl ich tiefer war. Leider ein Fehler, denn ich kam relativ bald sehr tief und musste mehrmals sehr schwache Bärte nehmen, um nicht ganz abzusaufen. Mein Pulk war schon längst dahin... im Flachland eine Katastrophe. Mehrmals zeigten mir ein paar Vögel, wo schwache Thermik zu finden war. Es gelang mir jedoch nie, wieder eine vernünftige Arbeitshöhe zu erreichen. Ein blauer Onzone Mantra gesellte sich zu mir und wir versuchten es gemeinsam, aber es half nichts ... nach langem K(r)ampf musste ich aufgeben und landete mit dem Mantra-Piloten (Mathieu VERMEIL) mitten in der Pampa.

Nachdem wir unser Zeig zusammengepackt hatten marschierten wir Richtung Straße los. Als wir bei einer Farm vorbeikamen, deuteten uns die Besitzer, dass wir noch einen langen Marsch vor uns hätten. Nach einer Weile bergauf-bergab erreichten wir eine breitere "Straße", auf der alsbald ein Auto vorbeikam. Der Mathieu konnte sich auf Spanisch mit den Leuten verständigen und so wurde klar, dass wir noch ca. 10 Kilometer Fussmarsch vor uns hatten. Da wir das unmöglich schaffen konnten, bevor es finster werden würde, beschlossen wir unsere Koordinaten an die Rückholer zu senden. Als wir gerade dabei waren, unsere GPS-Geräte auf UTM-Koordinaten umzustellen, kam ein Schulbus daher ... was für ein Glück. Der Busfahrer nahm uns bis zur Hauptstraße mit, wo auch schon der Rückholerbus wartete.

Platzierungen der Österreicher (Gesamteilnehmerzahl: 125)

6. Christoph Eder
21. Stephan Gruber
42. Sigi Schusteritsch
68. Gottfried Kaschnig
85. Stefan Aufischer
97. Helmut Zeferer

http://www.fastretrieve.com/PWCA/2010/Task%20T1.1%20%28Open%29.htm

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 10. April 2010 um 14:10 Uhr
 
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