Reisebericht Fiesch 11 – 14.08.2007

Einen Tag verspätet und nur wenig vorbereitet brachen wir (Tommi, Stefan und Drusi) Samstagmittags Richtung Fiesch auf, welches laut unseren Recherchen das einzige Fleckchen an diesem Wochenende in Mitteleuropa sein sollte, wo mehr als 20 km geflogen werden können. Vom Urlauberrückreiseverkehr beeinträchtigt erreichten wir unser Ziel neun Stunden später. Wir bezogen unser Quartier in Biel in einer einfach eingerichteten Pension, in der wir auch noch einen kurzen Schlummerhumpen (Bierchen) zu uns nahmen.
Sonntagmorgen – ausgeschlafen und gut genährt mit einem Schweizerkäsefrühstück im Bauch brachen wir ins zehn Minuten entfernte Fiesch auf. Dort angelangt kauften wir uns vorsichtshalber gleich eine Jahres-Start-Landekarte (man weiß ja nie!). Die Auffahrt mit der Eggishornbahn war noch unspektakulär, oben angekommen hatte Tommi wieder einmal keine Brille mit (wie auch in Canazei, Hinterstoder,…). Zum Glück sind aber die Schweizer mit topmodischen Brillen ausgestattet. Die Wolkenbasis, die wir vorfanden war leider nicht wie erhofft auf 4000 m sondern saß direkt am Startplatz auf. Dessen ungeachtet waren auch viele Eingeborene ahh Einheimische Streckenflieger hier, also haben wir wohl doch nicht so in der Fluggebietswahl daneben gegriffen. Mit unserer hochmodernen Ausrüstung (Hochleister, Impress2, Competino, Funki, Handy,...) bereiteten wir uns in Ruhe auf den Flug vor. (Aber mal ehrlich Stefan, man kann es echt übertreiben.)
Einige Locals waren bereits gestartet und kreisten in der bereits gestiegenen Basis. Wir beschlossen nun selbiges zu tun. Tommi und ich erreichten nach kurzem die Basis, welche nun auf ca. 2550 m war. Stefan war zu dieser Zeit im Tiefflug über Fiesch unterwegs. Wacker und hart im nehmen war er fest am Kämpfen um nicht zu grounden. Zwei Stockwerke höher entschieden wir mit ca. 2700 m die erste Querung über den Ausläufer des Fieschergletschers in Angriff zu nehmen. Auf der anderen Seite mit ausreichender Höhe angekommen stiegen wir in den nächsten Bart ein. Nun ging es unter der Basis und endlich über Grat gen Osten. Plötzlich kam ein Funkspruch von Stefan „Hab gerade eine Baustelle gehabt, bin jetzt unterwegs über das Fieschertal“. An diesem Tag sollte es nicht die letzte Baustelle sein. Stefan, vielleicht wärst du eine gute Urlaubsvertretung vom Scheerli als Baustellenleiter ;-). Über einige kleine Seen hinweg und den Grat entlang mit atemberaubendem Panorama ging es weiter zum Grimselpass, welcher unser erster Wendepunkt werden sollte. Kurz vor dem Pass hörte ich auf einmal über mir ein heftiges Rascheln. Schnell musste ich einen Hacken fliegen um nicht einen Sigma 6 in der Kappe zu haben. (Etwa zu dieser Zeit war Stefan bei der nächsten Bau- oder Haltestelle angelangt.) Richtung Westen wieder zurück fliegend, sahen wir unter uns einen RA kämpfend nahe dem Hang um Höhe kratzen. Gleich wussten wir, dass das doch in der Advance dominierten Gegend nur Stefan sein konnte. Wieder zurück auf der Fiescheralp machten wir nochmals Höhe um am Grat entlang Richtung Riederalp zu fliegen und nach rechts schauend konnten wir den wunderschönen großen Aletschgletscher erblicken. 
Soarender Art und Weise kämpften wir uns an der Riederalp hoch um die Massaschlucht zu queren. Dort im Lee angekommen, ging es kaum noch hoch. Tommi versuchte außen herum ins Luv zu kommen, wo ihn ein satter Westwind empfing. Das war dann wohl der zweite WP zurück nach Fiesch für uns. Unser Weg wurde immer bockiger. Von unten im Talwind raus, war es echt nicht mehr so geil. Das bestätigte uns auch Stefan der an diesem Tag diese Luftschicht leider des öfteren am eigenen Leibe erfahren musste. Umso respektabler seine Leistung – ein 45 km flaches Dreieck welches er in Niederwald beendete. Tom und ich flogen mit Rückenwind nun zurück nach Fiesch um unser 73 km flaches Dreieck zu schließen. Tag zwei in Fiesch Mehr Wind und dichtere Wolken ließen nur einen kurzen Flug zu. Tommi landete auf der Bettmeralp, wo hingegen Stefan und ich wieder in Fiesch landeten. Unten angelangt konnten wir auch Stefan und Christine (zwei nette Fliegerkollegen aus NÖ) überzeugen eine kleine Wanderung mit uns auf den Moosfluh zu unternehmen. Schließlich sollte auch der Staufisch einmal in den Genuss des Großen Aletschgletscher kommen (Tag eins bot ihm meist ja nur Aussichten auf die heimischen Ameisenhügel).
Der anschließende Abgleiter in das enge Tal bescherte Stefan dann noch einen letzten Kick. In der Ausflairphase kassierte er noch einen 10 m Heber, gefolgt von einem schnellen Abstieg. Da der nächste Tag echt nicht das schönste Wetter bringen sollte beschlossen wir Herrn Moser und Familie mit unserer Gegenwart zu beglücken und dort die Nacht zu verbringen (Vielen Dank!!!). Tag drei war von einer neuen Extremsportart geprägt. „Extrem Relaxing“ in der Felsentherme mit einigen Competitions wie Weittauchen, Extremspringen vom Einmetersprungbrett (u.a. Tumbling, SAT, Helikopter) und einer Wasserschlacht in der Solegrotte. Wirklich nichts für schwache Nerven – macht das nicht nach, Kinder! Anschließend ging es Richtung Zell am See zum Schmittenpokal. Resümee des Kurztrips in die Schweiz: Echt geiles Fluggebiet mit hohem Streckenpotential für Vielflieger und Hartgesottene (nächstes Jahr wird es also auch schon was für Stefan sein). |